Rückblick: Fly2Bau 1.0
Mehr als ein Baueinsatz 4.07.-19.08.08
Aber nur ein Arbeitseinsatz sollte es ja auch gar nicht sein. Angedacht von Nanni und Micha Späth, den Internatseltern, weitergedacht von Jens Beiner, ihrem Missionsvertreter in der efG-Kirchheide und vollendet mit Achim Beuche, ehemaligem Tansania Missionar und jetzigem Gemeindereferent eben dieser Gemeinde. Mit verschiedenen Aktionen wie Sponsorenlauf, Haare ab für Afrika, Gemeindemittagessen, Jugendgottesdienst, Souvenierverkauf und Spenden aus anderen Gemeinden kamen fast 15000 Euro zusammen für Baumaterialen und Reisezuschüssen. Am Ende waren es dann 17 motivierte Leute, die sich in 2 Teams zum Ziel gesetzt hatten, drei der Zimmer im Internat umzubauen und fertig zu stellen und viele verschiedene Kleinprojekte, damit die volle Kapazität des Internates im neuen Schuljahr ausgenutzt werden kann. Es ging auch darum Gemeinschaft miteinander zu haben, Spaß zu haben, mit Jesus im Alltag leben und ihn erleben, die maroden Computer auf Vordermann zu bringen, Nanni und Micha und Lia besuchen, etwas von Tansania zu sehen, zu schmecken und zu fühlen und natürlich auch darum möglichst viel von dem Bauprojekt fertigzubekommen. Die Koffer waren zum größten Teil gefüllt mit Werkzeug und Baumaterialien. Da blieb bei manchen nur noch Platz für 9 kg persönliches Gepäck, wesentlich mehr als zwei Garnituren sind das auch nicht. Um Gewicht zu sparen, mussten die Arbeitsschuhe im Flieger an die Füße, nicht in den Koffer. Das Bodenpersonal der Fluggesellschaften und die Zöllner in Dar es Salaam waren uns wohlgesinnt, so dass wir ohne Schwierigkeiten alles mit und dann auch ins Land bekamen. Danke, Jesus. Tansania gefühlt haben wir mit den Händen, als wir feststellten, dass der tansanische Zement und Löschkalk wesentlich aggressiver ist als hiesiges Material, die Hände platzen auf und der scharfe Zement setzte sich in den Wunden fest, was ziemlich weh tat. Manche durften Tansania auch schmecken, indem sie Malariamedizin zu sich nahmen und dann einige Tage außer Gefecht waren. Von 7 positiven Malariatest im ersten Labor zu zwei im nächsten Labor, das spricht auch für die Qualität der dortigen Gesundheitsversorgung.
Ein absolutes Highlight war die Taufe auf Sansibar, bzw. die Taufen. Aus der ersten Gruppe ließen sich 4 Jugendliche von Micha im Indischen Ozean taufen. Es war auch ein Wochenendausflug in den 250 km entfernten Mikumi Nationalpark bequem mit zwei Autos geplant. Nach einem Viertel der Strecke verreckte leider das eine Auto und wir mussten uns ganz tansanisch mit 13 Leuten in einen Landcruiser quetschen. Da fühlten wir uns dann eher wie Sardinen in der Dose (Dagaa in der Tüte) als Touristen auf einer Safari. Das hat der Gemeinschaft aber keinen Abbruch getan.
Das Bauprojekt haben wir auch zum größten Teil fertig bekommen. Die Internatskinder konnten ihre Zimmer beziehen und wollten alle gerne in die schönsten, die neuen Zimmer. Die Arbeit hat Spaß gemacht, auch wenn es doch anstrengend war. Manches ist während unseres Einsatzes nicht ganz fertig geworden, konnte von Nanni und Micha aber bevor es dann unbedingt gebraucht wurde noch fertig gestellt werden. Insgesamt hat das schon Lust auf mehr oder noch mal wieder gemacht. Die verheirateten Strohwitwer waren sich aber einig, dass sie so etwas das nächste Mal lieber zusammen mit ihren Frauen machen wollten. Auf der Rückreise waren die Koffer dann voll mit Taschen, Ketten, Tüchern, Körben usw. die jetzt hier verkauft werden für den nächsten guten Zweck.
Achim Beuche